27.11.2013

29.12.2013 Verkaufsoffener Sonntag zum Wintertreff

Weihnachten ist vorbei und der traditionelle Weihnachtsmarkt ist beendet. Doch schon folgt ein neuer winterlicher Höhepunkt. Der neu ins Leben gerufene " Wintertreff" überbrückt die Zeit bis Silvester. Konzentriert auf dem Unnaer Marktplatz finden Sie ein großes Angebot an Marktständen für das leibliche Wohl. Am Sonntag, den 29.12.2013 haben auch die Unnaer Einzelhändler in der gesamten Innenstadt und im Gewerbegebiet Zurbrüggen Ihre Geschäfte für Sie geöffnet. In der Innenstadt auf dem Alten Markt präsentiert die Hanse Touristik in einem Ausstellungszelt " Der alte Hellweg ". In altertümlichen Kleidungsstücken geben Gästeführer Einblicke in die Geschichte des Hellweges.

 

 

Der alte Hellweg

 

Die Entwicklung und Bedeutung der Stadt Unna ist wesentlich mit einem alten Verkehrsweg, dem Hellweg, verknüpft, der das heutige Stadtgebiet vor Jahrhunderten von West (Massen) nach Ost (Hemmerde) durchquerte. Straßennamen in Unna und in den Ortsteilen erinnern noch heute an diesen historischen Weg.

 

Der Unnaer Hellweg war Teil des westfälischen Hellwegs. Er verband seit früher Zeit als wichtigste West-Ost-Achse die Verkehrsströme aus Süd- und Westeuropa bis nach Osteuropa, er war Bestandteil von Brügge in Flandern bis nach Nowgorod in Russland. Diese Ströme wurden vom Hellweg aufgenommen, nämlich von Duisburg am Rhein bis nach Höxter (Corvey) an die Weser. Von dort wurden sie mit den Fernwegen weitergeleitet zu den Küstenorten der Nord- und Ostsee bzw. nach Osteuropa.

 

Die geografischen und natürlichen Bedingungen am Nordrand der Mittelgebirge (im Unnaer Raum der Haarstrang) mit einer zumeist trockenen, lichten Bodenbeschaffenheit (Hellweg, abgeleitet vom Mittelniederdeutschen „Helwech“ = heller, lichter Weg) und geringen Höhenunterschieden begünstigten offensichtlich schon seit vor- und frühgeschichtlicher Zeit seine Herausbildung als (Fern)-Weg.

 

In den letzten Jahrzehnten des 8. Jahrhunderts nutzt Karl der Große diesen Weg als Heerweg für seine militärischen Angriffe gegen die Sachsen, indem er den Hellweg als Etappenstation durch Burgen, Königshöfe und Taufkirchen in fast regelmäßigen Abständen von 14 – 18 Kilometer sichern ließ.

Aus einem dieser Etappenstationen wird Unna um 800 n.Chr. entstanden sein. Nicht alle Stützpunkte entlang des Hellwegs waren gleichrangig, vielmehr hoben sich Duisburg, Dortmund, Soest und Paderborn als Zentralstationen mit besonders ausgebauter Pfalz in einem Abstand von 50 Kilometer hervor.

 

Im 10. Jahrhundert, mit dem Aufstieg sächsischer Ludolfinger zu deutschen Königen wurde der Hellweg für die nächsten 150 Jahre im wahrsten Sinne des Wortes zur „Königsstraße“ – als „viae regiae“.

Nach der Verlagerung der königlichen Macht im 12. Jahrhundert (Staufer) nach dem südlichen Deutschland wandelte sich der Hellweg von einer Königsstraße zu einem Fernhandelsweg im Rahmen der von der Hanse bestimmten Verkehrsader. Aufblühende Städte entlang des Hellwegs geben Zeugnis aus jener Zeit vom durch die Hanse erlangten Wohlstand. Davon war auch Unna in hervorzuhebender Weise betroffen, nämlich im ungefähren Zeitraum zwischen 1350 und 1550, wobei die Hauptwaren  Salz und Bier  für beträchtlichen Reichtum in der Stadt sorgten.

 

 

Der Niedergang der Hanse bis zum letzten Hansetag 1669, die Entdeckung Amerikas und eine Verbesserung des Seetransportes sorgten für eine Verlagerung der Handelbeziehungen in andere Regionen Europas. Der Hellweg verlor an Bedeutung.

 

Wenngleich auf Unnaer Gebiet der Hellweg nicht identisch mit der heutigen Bundesstrasse 1 ist, sind die „Chaussee“ als „Cöln-Berliner Strasse“ ab 1820 mit einem Sommer- und Winterweg, ab 1930 mit einer Teerdecke versehen und auf dieser Trasse ab 1934 die „Reichsstrasse 1“ von Unna bis Paderborn schon die Nachfolgewege des alten Hellwegs.

 

Der Hellweg – fast in Vergessenheit geraten. Doch mit der Schaffung der „Kulturregion Hellweg“ im Jahre 1997 sind zahlreiche Aktivitäten zwischen Hamm, Soest und Unna erfolgt; ist eine Ausschilderung der „Fahrradroute Hellweg“ erfolgt. Eine Region wird zur Identität. Und damit auch wieder der alte Handelsweg in die Gegenwart gerückt.

 

Eng verbunden ist damit auch die hanseatische Tradition der Stadt Unna. Die vorgesehenen gemeinschaftlichen Aktivitäten mit einer „Salzroute“ von Bad Sassendorf über Werl bis nach (Unna)-Königsborn.

 

Durch die Teilnahme der Stadt Unna an den westfälischen und internationalen Hansetagen der Neuzeit ist wieder ein wichtigen Stellenwert in der Region erarbeitet worden. Dabei spielt die Präsentation des „Hellwegs“ eine wichtige Rolle; in der heutigen Zeit und auch für die Zukunft als touristisches und damit auch wirtschaftliches Potential.

 

 

 

 

 

Wolfgang Patzkowsky

HanseTourist

 

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